Ein Kuss

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Wie immer war es eine lange Nacht geworden. Dunkelheit lag wie eine schwere Decke über ihr, als sie aus dem Bus stieg. Kein Licht brannte in den Fenstern der Wohnhäuser.

Es wurde immer öfter so spät. Sie wusste nicht so Recht, ob es an ihr lag, oder viel mehr an ihrem Freund. Sie liebte ihn, keine Frage, aber er schien sie zu verändern.

Heute waren sie in einem Film gewesen. Ein schöner, romantischer Film. Ein Film der sie früher an jemand anderen hätte denken lassen, doch jetzt war sie glücklich, also warum sollte sie in der Vergangenheit schwelgen?

Nein sie hatte nicht an ihn gedacht. Sie hatte nicht an ihn gedacht während sie neben ihrem Freund saß, nicht als sie die Hand ihres Freundes hielt und ganz bestimmt nicht, während sie ihren Freund küsste. Sie dachte doch nicht an jemand anderen, als an ihren Freund. Was für eine Freundin wäre sie denn, wenn sie an jemand anderen denken würde?

Sie schüttelte ihren Kopf, wie um eine Mücke zu verscheuchen. Wenn Gedanken nur wie Mücken wären. Einmal hier und einmal fort und wenn man den Kopf schüttelte plötzlich verschwunden.

Ihre Augen richteten sich auf die Straße und sie zwang sich ans hier und jetzt zu denken. Das hatte ihr schon früher geholfen, wenn ihre Fantasie, die Überhand zu nehmen drohte.

Vor ihr lag die Kreuzung. Sie musste nach links abbiegen, dort lag ihre Wohnung. Eine kleine aber doch nette Wohnung, die erste, die sie alleine bewohnte.

Ihre Füße steuerten immer weiter auf die Kreuzung zu, aber je näher sie kam, umso mehr dachte sie daran den anderen Weg einzuschlagen.

Es war nicht weit, aber wenn sie dem Weg folgen würde, dann würde sie bei ihm landen. Demjenigen an den sie ganz sicher nicht dachte.

Später würde sie sagen, dass es keine bewusste Entscheidung gewesen war, dass sie ihrem Herzen gefolgt war. Die Wahrheit war eine andere, aber wer hörte schon gern, die Geschichte einer Frau, die freiwillig alles aufs Spiel setzte.

Ihre Schritte wurden länger. Beinahe rannte sie, die Straße nach rechts hinunter. Wenn sie stehen bliebe, dass wusste sie, dann würde sie umdrehen, darüber nachdenken, es sich anders überlegen. Nichts von alle dem wollte sie tun.

Wie von selbst stand sie vor seiner Tür und drückte die Klingel, bevor ihr klar wurde, was sie da tat.

„Corinna?“, murmelte er mit halb offenen Augen, als er die Tür öffnete. Er trug einen Pyjama und seine Haare standen in alle Richtungen von seinem Kopf.

Sanft schob sie ihn in seine Wohnung und begann damit ihre Jacke auszuziehen.

„Was ist passiert?“, fragte er und langsam schien er zu erwachen. Er schien sich der Situation bewusst zu werden, aber noch nicht vollständig.

Sie war dabei ihren Schal abzulegen, wickelte ihn langsam um ihren Kopf.

„Ich werde etwas probieren“, erklärte sie und bevor er etwas dazu sagen konnte sprach sie weiter, wobei sie immer näher an ihn heran trat.

„Wenn es nicht gut ist oder nicht funktioniert, dann gehe ich und wir werden nie darüber reden, verstanden?“

Sie wartete kurz bis er nickte, obwohl er scheinbar immer noch nicht so richtig wusste worum es ging.

Dann überbrückte sie den Abstand zwischen ihnen. Brachte sich ganz nah an ihn. Legte ihre Hände auf seine Brust und sah ihm in die Augen, bevor sie sich streckte und ihre Lippen auf seine presste. Seine Hände legten sich auf ihren Rücken und zogen sie näher an sich. In diesem Moment wusste sie es. Es war gut. Es funktionierte. Es war ein einziger Kuss, aber es war alles was sie jemals gewollt hatte.

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Rückblick und ein kurzer Ausblick

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Spät aber doch kommt heute mein Rückblick auf den NaNo und den Dezember, der sich irgendwie an mir vorbeigeschlichen hat.

Ich habe es dieses Jahr tatsächlich geschafft den NaNo zu gewinnen, was mich sehr stolz macht! Ich schreibe zwar immer noch an dem Ende der Geschichte, aber ich bin dabei deutlich motivierter, als ich es letztes Jahr war. Zum Ende des Jahres sollte ich es geschafft haben die Erstfassung zu beenden.

Der NaNo dieses Jahr hat mir gezeigt, dass egal wie stressig mein Leben gerade ist, ich es trotzdem schaffen kann alles unterzubringen, was mir wichtig ist. Natürlich muss man auch manchmal zurückstecken, aber das habe ich an anderen Tagen wieder aufgeholt. Obwohl ich mir vorgenommen hatte im Dezember genauso stark weiter zu machen, konnte ich das dieses Jahr leider wieder nicht einhalten. Trotzdem habe ich mein bestes gegeben und statt der Erstfassung zumindest meine Bachelorarbeit beendet.

Für mich bedeutet all das, dass das neue Jahr einiges an Veränderungen bringen wird. Zum einen werde ich mein Bachelorstudium beenden, was bedeutet, dass ich mir Gedanken darüber machen muss, wie ich mein Masterstudium zusammenstellen soll.

Zum anderen und das ist für diesen Blog der wichtigere Teil, werde ich das Schreiben deutlich ernster nehmen. Ich habe für das nächste Jahr genau geplant, wann ich schreiben, überarbeiten oder planen möchte und ich bin guter Dinge, dass auch einzuhalten, bis zu einem gewissen Grad. Ich möchte am Camp NaNo im April teilnehmen und mir ein paar neue Wettbewerbe für das nächste Jahr suchen an denen ich teilnehmen kann, das werde ich allerdings erst genau in den nächsten Wochen planen. Außerdem möchte ich beginnen mein erstes Manuskript an Agent oder Verleger zu schicken. Wie und an wen genau weiß ich zwar noch nicht, aber das wird mich auch nicht lange aufhalten. Natürlich werde ich damit warten bis ich es komplett überarbeitet habe, mehrfach.

Mit Beginn des neuen Jahres will ich auch wieder meine Freitagstexte aufnehmen und sie dieses Mal wirklich länger und genauer durchhalten. Ich habe ein paar Ideen, die ich so verwirklichen möchte. Vor dem neuen Jahr bin ich allerdings erst einmal mit Familie und Freunden beschäftigt.

Nachträglich wünsche ich trotzdem allen meinen Leser ein frohes Weihnachtsfest!

Außerdem wünsche ich euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und das alle eure Wünsche in Erfüllung gehen!

Alles Liebe,

Kathi

Lichterfeen Liebe

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Feen sind seltene Kreaturen, jeder weiß das. In unserer Zeit glaubt kaum noch einer an sie, denn wir haben für alles eine wissenschaftliche Erklärung, aber die Wahrheit ist, sie sind da. Sie sind da und sie lachen über unsere Erklärungen, denn für sie sind sie genauso unwirklich, wie für uns die Feen.

Lichterfeen sind die schönsten der Feen und auch die, die am meisten Unsinn im Kopf haben. Sie sind dafür verantwortlich, dass es überall Licht gibt. Außerdem haben sie eine Mitschuld daran, dass Menschen glauben Licht sie gleichzeitig eine Welle und ein Teilchen. Sie hatten sehr viel Spaß an diesen Experimenten und erzählen gern davon. Dabei lachen sie ihr glockenhelles Lachen und flattern so schnell mit ihren Flügeln, dass kleine Sonnenstrahlen aus den Netzen fallen. Die Flügeln von Lichterfeen bestehen nämlich aus Spinnennetzen, welche das Licht in sich einfangen und sie so zum Leuchten bringen. Auch ihre Kleindung besteht aus einem Gewebe, das Spinnen produzieren, aber aus einem komplizierteren, deswegen glitzern diese Feen auch immer. Die Lichterfeen sind außerdem die kleinsten Feen im Feenreich. Eine Lichterfee passt mit Leichtigkeit in die Hand eines Säuglings, so klein ist sie.

Wenn man einen Regenbogen am Himmel sieht, dann kann man sich sicher sein, dass man gerade eine ganze Gruppe an Lichterfeen beobachtet, die mit einander spielen. Sie tun das selten im Regen, aber wenn sie es tun, dann kann man die wunderschönen Farben bewundern, die alle kennen.

Aria war eine der beliebtesten Lichterfeen. Alle mochten sie und jeder war von ihren Geschichten begeistert. Sie war auch eine der vorwitzigsten unter ihnen und sie liebte es die Menschen zu beobachten. Eines Tages sah sie durch ein Fenster, wie ein junger Mann sich mit einem Prisma beschäftigte. Prismen sind kleine gläserne Gebilde, die Lichterfeen magisch anziehen, weil sich das Licht in ihnen genauso schön fängt, wie in den Flügeln der Feen.

Die kleine Fee konnte der Anziehungskraft nicht widerstehen und flog in das Zimmer. Eine Weile spielte sie mit dem Prisma und gleichzeitig auch mit dem Mann. Doch je länger sie in dem Zimmer war, umso weniger interessierte sie das Prisma. Immer mehr war sie von dem Aussehen des Mannes fasziniert. Seine roten Haare leuchteten beinahe in dem Licht, dass durch das Fenster fiel und sein Gesicht war bedeckt von Sommersprossen. Seine Haut war blass, wie Porzellan, was sie beinahe von innen leuchten ließ.

Lichterfeen werden von allem angezogen, dass im Licht schimmert oder glitzert und so war es kein Wunder, dass sie begann ihn auch an anderen Tagen aufzusuchen. Sie saß auf dem Fensterbrett und lauschte, wenn er etwas erzählte. Bald erkannte sie, dass er ein Lehrer sein musste, denn es waren immer viele Kinder in dem Raum, wenn er etwas erzählte. Irgendwann kam sie nicht nur wegen seinem Leuchten, sondern auch wegen seiner Geschichten. Nie hatte sie so faszinierende Dinge gehört, wie er sie erzählte. Sie versuchte den anderen Lichterfeen von den Dingen zu erzählen, aber niemand schien sich dafür zu interessieren.

Eine Weile ging es so, bis sie sich so sehr danach sehnte mit jemandem darüber zu reden, dass sie alles dafür getan hätte. Sie flog von ihrem Platz am Fenster nach unten und landete auf der Schulter des Mannes. Vorsichtig flatterte sie nahe an sein Ohr und erzählte ihm von all den Dingen, die sie sich vorstellte, wenn er seine Geschichten erzählte, aber er konnte sie nicht hören. Immer wieder versuchte sie es, aber nie hatte sie Glück dabei.

Schließlich erfuhr eine Herzfee von dem Kummer der kleinen Lichterfee.

Herzfeen sind sehr selten, aber dafür sind sie die mächtigsten Feen im Feenreich. Diese Feen kümmern sich darum, dass die Menschen zueinander finden. Das ist eine sehr schwere Aufgabe, denn Menschen sind nicht so direkt wie Feen und oft braucht es einen Schubs, damit sie überhaupt merken, mit wem sie glücklich sind.

Die Herzfee kam also zu Aria, nachdem sie die Geschichte eine Weile beobachtet hatte. Sie sah, dass Aria einsam war und als sie den jungen Mann beobachtete, sah sie dass es ihm ähnlich ging. Die Beiden waren wie gemacht für einander, nur dass die eine eine Fee und der andere ein Mensch war. Darum beschloss die Herzfee eine untypische Verzauberung anzuwenden. Normalerweise mischen sich Feen nicht so sehr ein, aber diese konnte einfach nicht mehr zusehen und es war mehr als ein Schubs nötig, um die zwei glücklich zu machen.

Also flog sie zu Aria, als diese wieder einmal auf dem Fensterbrett saß und bot ihr ihre Hilfe an. Aria war begeistert und aufgeregt. Bald würde sie mit ihm sprechen können. Die Herzfee sprach ihren Zauber und Aria verwandelte sich in eine Menschenfrau. Ihr Kleid aus Spinnenstoff verwandelte sich in ein glitzerndes Kleid in ihrer Größe und ihre Flügel verschwanden. Zurück blieb nur ein wenig Feenstaub auf ihren Schultern.

Aria trat aus dem Schatten des Fensters und der junge Mann erblickte sie. Ein träumerischer Ausdruck legte sich auf sein Gesicht und er begann zu strahlen, noch mehr als er es sonst tat. Ein glockenhelles Lachen löste sich aus Arias Brust, als er auf sie zu kam und ihre Hände in die seinen nahm.

Die Herzfee beobachtete ihr Werk mit wachsender Zufriedenheit. Die Beiden verstanden sich vorzüglich, obwohl Aria für den jungen Mann sehr seltsame Ansichten hatte, was die Welt anging. Sie erzählten sich stundenlang Geschichten und eine Weile beobachtete die Herzfee sie dabei, wie sie sich verliebten. Bis sie eines Tages sah, wie der junge Mann einen Ring kaufte, damit war ihre Arbeit getan und sie flog ganz nah an Arias Ohr, um ihr zum Abschied zu danken, dafür dass sie Teil dieser wunderbaren Geschichte hatte sein dürfen und, um ihr Glück zu wünschen, damit ihr Weg noch heller in der Zukunft strahlte.

Rückblick auf die erste Woche

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Die erste Woche des NaNoWriMo liegt hinter mir und ich bin nicht wirklich da wo ich gerne wäre.
Dafür habe ich aber einiges gelernt in der Zeit.
Hier mal eine kurze Liste:

* ich kann innerhalb einer Stunde und 15 Minuten 2500 Wörter schreiben ohne ins Schwitzen zu geraten
* wenn ich Migräne habe hilft selbst der beste Vorsatz nicht dabei mich zum Schreiben zu bewegen
* studieren sollte man neben dem NaNo auch nicht vergessen, selbst wenn das bedeutet einmal nicht so viel zu schreiben, wie man gerne möchte
* Übung macht den Meister. Ich habe das Gefühl, dass ich sehr viel bessere Dialoge schreibe als im letzten Jahr und auch das Infodumping scheine ich weitestgehend abgelegt zu haben. Ich werde zwar erst beim Überarbeiten sehen, ob es tatsächlich so ist, aber für den Anfang reicht es mir, dass es sich so anfühlt.

Insgesamt stehe ich jetzt bei einem Wordcount von 20179 und möchte dieses Wochenende noch die 30000 schaffen.

Alles Liebe

Kathi

P.S.: Ich freue mich über jeden der mich als writing buddy hinzufügen will, hier der Link zu meinem Profil http://nanowrimo.org/participants/kirschblute

Veröffentlicht!

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Ich kann es einfach nicht glauben!
Zur Erinnerung, vor einigen Wochen habe ich zum ersten Mal ein Gedicht für einen Wettbewerb eingeschickt.
Heute habe ich eine Antwort bekommen und ich werde tatsächlich veröffentlicht!
Mein Gedicht wird gedruckt!
Ich hätte nie gedacht, dass es klappen würde. Ich habe eigentlich nur mitgemacht, um es einmal versucht zu haben. Natürlich hat mir mein Gedicht gefallen, aber ich war der Meinung, das es bestimmt bessere gibt und das meine Chancen verschwindend gering sind. Aber anscheinend hat mein Gedicht überzeugt und deswegen wird es jetzt gedruckt!
Für mich ist das ein riesiger Schritt in die Richtung in die ich gehen möchte.
Außerdem ist es ein ganz netter Schub für mein Selbstbewusstsein.
Wenn mich jetzt jemand fragt, was man von mir lesen kann, dann kann ich sagen, dass ein Gedicht von mir gedruckt wurde. Natürlich möchte ich es nicht bei einem Gedicht belassen, aber es ist auf jeden Fall der richtige Weg.
Ich bin so stolz darauf!

Alles Liebe,
Kathi

Prä-NaNo

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Ein ganz kurzes Prä-NaNoWriMo-Statement von mir.
Diese Jahr habe ich versucht meine Outline über die Schneeflocken-Methode* zu erarbeiten. An sich hat das ganz gut funktioniert, bis jetzt. Leider habe ich es zeitlich aber einfach überhaupt nicht geschafft. Meine Lösung dafür ist, so viel wie möglich noch heute und morgen zu erarbeiten und einfach auf das Beste zu hoffen.
Ich habe nicht das Gefühl perfekt vorbereitet zu sein, aber wann hat man das schon?
Im allgemeinen kann ich sagen, dass ich dieses Jahr besser vorbereitet bin, als letztes Jahr. Ich kenne meine Figuren und meine Handlung besser und ich habe im allgemein das Gefühl mehr über die Welt zu wissen, als letztes Jahr. Ich hoffe sehr, dass mir all das helfen wird dieses Jahr zu gewinnen, aber mal sehen was der November so bringt.

Was meine Freitags-Postings angeht, weiß ich noch nicht ganz, wie es im November aussehen wird. Je nachdem wie sehr mich mein Leben neben dem NaNo noch beansprucht wird es sich ausgehen oder auch nicht. Auf jeden Fall wird es einmal die Woche ein Update darüber geben, wie es mir beim NaNo so geht.

Ich freu mich schon darauf!
Alles Liebe,
Kathi

*http://www.advancedfictionwriting.com/articles/snowflake-method/

Auf den ersten Blick

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„Weißt du er ist einfach der Richtige für mich! So wie bei ihm habe ich mich noch nie gefühlt“, erzählte Susann mit strahlenden Augen.

Außer bei den letzten 25 Männern mit denen du aus warst, dachte ich dabei, doch nach außen hin lächelte und nickte ich nur.

Susann plapperte fröhlich weiter über all die Dinge, die sie mit ihm tun würde, heiraten, Kinder kriegen, das ganze Packet eben. Ich war mir ziemlich sicher, dass er sie nicht wieder anrufen würde, aber wie immer schwieg ich dazu.

Meine Freundin hatte die Eigenschaft immer an den selben Typ Mann zu geraten und jedes Mal war es die eine wahre Liebe und jedes Mal fiel sie genauso tief auf den Boden zurück. Innerlich machte ich mich schon bereit ihr Taschentücher zu reichen und eine Großpackung Eis zu kaufen. Das würde ein langes Wochenende werden.

Immerhin hatte ich eines durch ihre Geschichten gelernt, wahre Liebe gibt es nur im Märchen. All dieser Schnickschnack mit Liebe auf den ersten Blick? Absoluter Schwachsinn. Eine Geschichte, die kleinen Mädchen erzählt wird, damit sie immer wieder auf dieselben dummen Anmachsprüche und Versprechungen von Männern hereinfallen. Das schlimme daran war nur, dass es funktionierte.

Kopfschüttelnd griff ich nach meinem Handy, um zu sehen wie spät es war. Ich hatte keine besonders große Lust mehr mir die Geschichte weiter anzuhören, deswegen überlegte ich schon ob ich nicht nach Hause gehen sollte. Ein gutes Buch wartete neben meinem Bett auf mich, ohne Liebesgeschichte, nur um das klar zu stellen.

Als der Bildschirm aufleuchtete sah ich eine Mail von der Singleseite auf der ich mich durch drängen meiner Freunde angemeldet hatte. Das wunderte mich schon ziemlich, immerhin hatte ich mich absichtlich seit dem Anlegen des Profils nicht mehr angemeldet, damit ich bei Suchanfragen möglichst weit unten landete und mich keiner anschrieb.

„Huch, was ist das denn?“

Natürlich musste Susann genau jetzt auf mein Handy blicken.

„Ach nur eine Mail…“, versuchte ich sie abzuwimmeln.

„Nun sei nicht so Caro!“

Mit diesen Worten schnappte sie sich mein Telefon und las die Nachricht.

Seufzend beobachtete ich sie. Wenn die Nachricht auch nur ansatzweise wie die anderen war, dann enthielt sie bestimmt mindestens eine sexuelle Anspielung und war von einem Mann der mein Großvater sein könnte.

Nach erstaunlich kurzer Zeit gab sie mir das Gerät zurück.

„Der sieht doch nett aus“, meinte sie mit einem Lächeln, „Antworte ihm, komm schon!“

Kopfschüttelnd las ich die kurze Nachricht von meinem Bildschirm.

Da stand nur:

„Hallo! Wie geht’s dir so?“

Aus dem Profil, welches daneben angezeigt wurde, konnte man auch nicht besonders viel herauslesen. Gerade einmal das Alter, die Musik und Filmvorlieben und ein Foto gab es. Zu meinem Leidwesen muss ich gestehen, dass mir das Foto ziemlich gut gefiel. Dunkelhaariger Mann mit einem charmanten Lächeln auf einer Couch. Es war eindeutig von ihm selbst gemacht worden und sah wirklich verdammt sympathisch aus.

„Hmm… Ich weiß nicht… Meinst du nicht, dass das ein bisschen wenig ist? Eigentlich mag ich das gar nicht, wenn er mir das Gefühl gibt nicht einmal mein Profil gelesen zu haben“, druckste ich herum.

Die Wahrheit war, dass ich nichts lieber wollte, als ihm zu schreiben, aber warum? Ich konnte es mir einfach nicht erklären. Es war wie als wäre ich ein Meteorit, der in den Orbit eines Planeten gezogen wurde.

Schließlich überzeugte mich Susann doch, so wie sie es immer tat und ehrlich gesagt, war es diesmal auch nicht sonderlich schwer.

Es folgten Tage, die gefüllt waren mit Gesprächen über Mail, die ich so nie erwartet hätte. Wir waren uns sehr ähnlich für Menschen, die sich gerade erst kennen gelernt hatten.

Nervös wartete ich darauf, dass er ein Treffen vorschlug, damit ich mich endlich davon überzeugen konnte, warum es nicht passen würde zwischen uns. Ich war mir so sicher, dass es da noch einen Haken geben würde, irgendwo versteckt.

Als ich mich meiner Mutter deswegen anvertraute, fragte sie mich genau das, was sie mich immer fragte: „Warum bist du nur so zynisch?“

Seufzend sah ich sie an.

„Ich bin nicht zynisch, ich bin realistisch.“

An diesem Abend beschloss ich, dass ich genug gewartet hatte. Immerhin war ich eine Frau aus dem 21.Jahrhundert.

„Was hältst du davon, wenn wir uns mal treffen? Auf einen Kaffee oder so?“, tippte ich.

Während ich auf die Antwort wartete, kaute ich auf meiner Unterlippe und überlegte, was ich anziehen sollte. Gleich darauf schallt ich mich selbst. Was macht es schon aus was ich anzog? Entweder er mochte mich wie ich war, oder er sollte sich wen anderen suchen. Überhaupt seit wann war ich so besorgt darüber, ob mich jemand mochte?

Als seine Antwort schließlich kam, schlich sich eine völlig neue Art von Lächeln auf mein Gesicht. Ich strahlte richtig vor Glück und zählte die Stunden bis ich ihn das erste Mal sehen würde.

Zwei Tage später war es soweit.

Ich war viel zu früh und wartete vor einem kleinen Café. Nervös sah ich immer wieder die Straße entlang, denn ich hatte Angst ihn zu verpassen.

Doch als mein Blick schließlich auf ihn viel, wurde mir klar, dass ich ihn nie hätte verpassen können. Er war dafür gemacht von mit betrachtet zu werden. Es war als würde er mich über die Distanz berühren. Die Vertrautheit, die sich in die Mails geschlichen hatte, schlich sich sofort auch in die Art wie ich ihn ansah.

Das ist es also, dachte ich, Liebe auf den ersten Blick und es gibt sie doch.

Prüfungen und mein erster Wettbewerb

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Hallo ihr Lieben!

In der letzten Woche war es sehr ruhig auf meinem Blog und das trotz meiner Aussage, dass ich wieder regelmäßiger posten möchte.

Nun die Erklärung ist eine ganz einfache. Mein Leben hat mich ziemlich auf Trab gehalten.

Ich hatte in der letzten Woche zwei Prüfungen, die geschrieben werden wollten und Mittwoch war die Deadline für den Gedichtwettbewerb der Brentano-Gesellschaft.

Montag habe ich auch tatsächlich ein Gedicht eingereicht. Ich war ziemlich aufgeregt, weil es doch das erste Mal ist, dass etwas das ich geschrieben habe in irgendeiner Weise bewertet wird. Genaueres zu dem Wettbewerb werde ich wohl erst im Frühjahr erfahren.

Das heißt allerdings nicht, dass ich auf der faulen Haut liegen werde bis dahin.

Ganz im Gegenteil. Ende Oktober läuft der Kurzgeschichten Wettbewerb des Literareon Verlages aus, an dem ich ebenfalls teilnehmen möchte und dann kommt natürlich noch der NaNo.

Für dieses Jahr habe ich auch schon begonnen zu plotten. Mein Ziel ist es 75000 Wörter zu schreiben und damit einen ganzen Roman zu beenden. Letztes Jahr habe ich es leider nicht geschafft, vor allem weil ich ab der Hälfte immer nachlässiger wurde. Das soll mir dieses Jahr nicht passieren.

Mein Thema für dieses Jahr wird eine Geschichte über Helden sein und darüber, dass Helden auch wenn sie gewinnen, nicht unbedingt glücklich damit sind. Es wird eine düstere Geschichte werden, zumindest hoffe ich das.

Während des NaNo’s werde ich einmal die Woche über meine Fortschritte berichten.

Bis dahin möchte ich allerdings anfangen auch über andere Dinge zu schreiben.

Freitags wird der Tag bleiben an dem ich einen Text in welcher Form auch immer poste, aber ein bis zwei Mal die Woche möchte ich auch über andere Dinge schreiben, die mich interessieren, faszinieren oder auch manchmal verärgern. Hin und wieder werde ich auch Bücher rezensieren, die ich gelesen habe, oder Musik vorstellen, die ich gerade höre.

Damit verabschiede ich mich für heute erst einmal.

Bis zum nächsten Mal!

Kathi

Das Geheimnis

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Ein kleiner Samen sitzt im Dunklen

Tief im feuchten Erdreich drinnen,

Er wartet auf die rechte Stunde,

bevor er sich gen Himmel regt.

Ein kleiner Keim wächst aus dem Samen,

hinein ins tiefe Erdenreich

Sein Ziel hat er vor seinen Augen

der Himmel ist schon nicht mehr weit.

Ein Pflänzchen wächst aus dunkler Erde

Sein Weg war schwer und weit

Ein erstes Blatt wiegt sich im Winde

Der Himmel ist endlich erreicht.

Doch woher weiß der Samen und der Keim,

wohin der Weg sie führt?

Das Geheimnis jeder Pflanze

Ist das Licht des Sonnenscheins.